Rippen sind Verstärkungsstrukturen, die zur Erhöhung der Festigkeit und Steifigkeit von spritzgegossenen thermoplastischen Produkten dienen. Sie sind ein Schlüsselfaktor dafür, dass technische Thermoplaste Metallwerkstoffe erfolgreich ersetzen können. Eine durchdachte Konstruktion und Anordnung von Rippen kann nicht nur die Tragfähigkeit thermoplastischer Bauteile verbessern, sondern auch die Produktionskosten senken, die Zykluszeiten verkürzen, die Verwendung von dickwandigen Bereichen vermeiden (die zu Einfallstellen führen können), Hotspots im Werkzeug reduzieren, Verzug minimieren und die Maßgenauigkeit des geformten Produkts erhöhen. Die Auslegung von Rippen kann komplex sein – insbesondere wenn Produktdesigner Stärke, Geometrie, Abmessungen und Anordnung durch Versuch und Irrtum bestimmen müssen.
Eine sinnvolle Rippenkonstruktion umfasst fünf Hauptaspekte: Dicke, Höhe, Position, Anzahl und Formbarkeit. Diese Faktoren müssen bei der Gestaltung unbedingt sorgfältig berücksichtigt werden.
Die Festlegung einer geeigneten Rippenstärke ist eine Entscheidung, die viele Gesichtspunkte einbeziehen muss. Zu dicke Rippen können zu Einfallstellen und Oberflächenproblemen auf der Rückseite der angebrachten Fläche führen (siehe Abb. 1-1), was die Gesamtqualität und das Erscheinungsbild des Produkts beeinträchtigen kann.

Abb. 1-2 zeigt empfohlene Dimensionen für die Rippenstärke.
Hochglanz-Kritische Oberflächen können dünnere Rippen erfordern, um optische Beeinträchtigungen zu vermeiden. Um mögliche Einfallstellen durch Rippen zu verbergen, können diese gegenüber von Beschriftungen oder Stufen positioniert werden, wie in Abb. 1-3 dargestellt.


Dünnwandige Bauteile vertragen oft einen höheren prozentualen Anteil der Rippenstärke an der Wandstärke als in den Empfehlungen angegeben. Insbesondere bei einer Wandstärke von 1,0 mm oder weniger wird empfohlen, die Rippenstärke gleich der Wandstärke zu wählen, um eine optimale Festigkeit und Formbarkeit zu gewährleisten. Andererseits können extrem dünne Rippen aufgrund unzureichender Fließfähigkeit der Schmelze schwer vollständig zu füllen sein, was zu Fehlern im geformten Bauteil führen kann.