Bei der strukturellen Produktgestaltung ist die Wanddicke weit mehr als nur eine Zahl – sie ist ein entscheidender Faktor, der Kosten, Fertigungseffizienz, mechanische Leistung und sogar Ästhetik beeinflusst.
In diesem Beitrag werden wir einige praktische Prinzipien für die intelligente Wanddickenauslegung erläutern.
Die Wanddicke sollte „bedarfsorientiert verteilt“ werden. Nicht jeder Teil eines Produkts erfordert die gleiche Dicke. Eine strategische Variation kann Material einsparen, das Gewicht reduzieren und die Funktionalität verbessern:
Dekorative oder nicht strukturale Elemente (z. B. Logos, Zierleisten) können dünnere Wände verwenden (z. B. 0,8–1,2 mm), um Kosten und Gewicht zu minimieren.
Kritische belastete Bereiche (z. B. Verbinder, Lagerbuchsen) erfordern eine berechnete Dicke. Oft ist eine Kombination aus dickereren Wänden + Versteifungsrippen optimal:
◦Die Dicke der Versteifungsrippen beträgt typischerweise 0,5–0,7-fache der Hauptwanddicke.
◦Die Höhe der Versteifungsrippen beträgt in der Regel 3–5-fache der Wanddicke.
Dieser Ansatz steigert die Stabilität, ohne dass der gesamte Teil übermäßig dick gestaltet werden muss.
Die Wahl der dünnsten möglichen Wanddicke – unter Einhaltung der funktionalen Anforderungen – ist der Schlüssel zur Kostenminderung und Verbesserung der Werkzeugzykluszeiten:
Beginnen Sie mit der minimal zulässigen Dicke für Ihr Material und Verfahren (z. B. 1,0 mm bei der Spritzgussverarbeitung von ABS).
Erhöhen Sie die Dicke nur dort, wo es erforderlich ist (z. B. 2,0–2,5 mm für Hochspannungsbereiche).
Wenn Stabilität ein Problem darstellt, fügen Sie Versteifungsrippen hinzu oder ändern Sie die Querschnittsform (z. B. von rechteckig zu U-förmig oder kreisförmig), anstatt die Dicke einheitlich zu erhöhen.
Aber Vorsicht: „Minimal“ bedeutet nicht „so dünn wie möglich“. Berücksichtigen Sie Montage, Handhabung und Versand – Teile, die zu dünn sind, können bereits vor der Lieferung an den Kunden leicht beschädigt werden.
Uneinheitliche Wanddicke kann zu ungleichmäßiger Abkühlung und Schrumpfung führen – eine Hauptursache für Verzug. Wie in der folgenden Abbildung gezeigt, führt eine Variation der Wanddicke oft zu verzerrten Fertigprodukten.

Passen Sie die Dicke anhand der Funktion an.
Nutzen Sie Rippen und intelligente Geometrie, um dünne Abschnitte zu verstärken.
Halten Sie die Wände so dünn wie möglich – aber nicht dünner.
Streben Sie eine gleichmäßige Dicke an, um Verzug zu verhindern.
Durch die Anwendung dieser Prinzipien können Sie Produkte entwerfen, die nicht nur stabiler und leichter sind, sondern auch effizienter hergestellt werden können.